Global Water Dances Potsdam am 09., 11. und 12. Juni

Im Tanzlabor Tiefentanz erforschen Giuliana Fanelli und Michael Steppat gemeinsam mit anderen Tänzer*innen die Wirkungen des Tanzes in seiner Vielfalt. Dies geschieht auf Grundlage von Contact Improvisation, Authentic Movement, Körperarbeit, Theater und Somatischer Bewegungsforschung.

Tanz kann als Interaktion verstanden werden. Er entsteht aus der Kommunikation mit sich selbst, mit der Umwelt und mit anderen Menschen. Mit jedem dieser genannten Gegenüber kann eine Verbindung entstehen und in Berührung gegangen werden. Die Interaktion ist ein Wechselspiel von Rezeption und Reproduktion, die äußerlich vielleicht noch in einer starken Vereinfachung über die fünf Sinne im klassischen Sinn und der Empathie wahrgenommen werden können. Bei der innerlichen Wahrnehmung hingegen, die möglicherweise ganz vereinfacht noch durch individuelles Denken und Fühlen beschrieben werden kann, gelingt das nicht mehr. Das Gegenüber zeigt sich hier als "Landschaft" mit ihrer oberflächlichen Klarheit und ihrer schier unergründlichen Tiefe. Die Wege, diese Tiefe auf tänzerische Weise zu erschließen, ist ein Forschungsziel unseres Tanzlabors.

Die im Gegenüber verkörperte Landschaft kann physisch und emotional erforscht werden. Für beides ist es wichtig, dass dies auf achtsame Weise geschieht. Im Wechsel von Geben und Nehmen, Führen und Folgen und im wechselseitigen Zuhören. Jedes Forschen ist eine Reise durch eine Landschaft, bei der Vertrautes neben Unbekanntem steht.

Das Tanzen in der Natur liefert dabei Impulse in der sinnlichen Wahrnehmung, wie den spielerischen Umgang mit der Unebenheit und Unberechenbarkeit des Bodens, der intensiveren Wahrnehmung von Geräuschen, den Düften der Erde und des Grases, der Pflanzen und des Wassers und deren Einbindung in den Tanz. Diese stärkere Präsenz führt zu der Frage, wie die Natur als "Tanzpartner" verstanden kann.

Im Kontext der Coranakrise erkunden wir den Umgang mit Abstand und dessen Auswirkung auf den Tanz. Wir erforschen die Auswirkungen von äußerer und innerer Distanz und Nähe. Ebenfalls sollen Wege gesucht werden, wie für den emotionalen Umgang mit Kontaktbeschränkungen und Isolation im Tanz ein "Ventil" gefunden werden kann.